DAS ONLINE-MAGAZIN FÜR BEWEGTBILD
screentv
Ausgabe 07
ausgabe 08/november 2011

home

archiv

abo

 

impressum

kontakt

 

 

01. titel

02. interview

03. trend

04. portrÄt

05. international

06. kolumne

 

123456789
weiterempfehlen weiterempfehlen

 

download download

 

drucken

 

Interview

Und der Computer war so ein Werkzeug?
Kelly: Ja, kann man sagen. Der Personal Computer zeigte mir abgesehen von seinen praktischen Seiten auch, dass Technologie nicht zwangsläufig etwas Großindustrielles und Unmenschliches sein muss, das mit Bulldozern, Beton und Chemikalien daher kommt. Als ich dann Mitte der Achtziger mit diesem frühen Telekonferenzsystem und Netz-Zugang bei The Well in Berührung kam, aus dem sich dann eine Art Online-Community entwickelte, machte ich die Entdeckung: Diese Computernetzwerke waren keine tote und seelenlose Angelegenheit, sie boten wirklich etwas für Geist und Seele. Und dieses Ökosystem aus Menschen, Chips und Leitungsdrähten hatte etwas unverkennbar Organisches, das nahezu aus dem Nichts entstand.

Die zunehmende Maschinenmacht ist nicht nur schöne Verheißung. Ihr Denken hat düstere Film- Visionen wie „Minority Report“ und Matrix“ beeinflusst, und auch in der „Terminator“-Trilogie tobt der Endkampf zwischen Mensch und Maschine. Gleichzeitig betonen Sie, wir müssten die Fortentwicklung des Techniums freudig begrüßen?
Kelly: Nun, ich bin kein Utopist, und es ist nicht zu leugnen, dass jede neue Technologie fast so viele Probleme aufwirft wie sie zu lösen verspricht. Ich sage auch nicht, dass wir auf eine Art Omega-Punkt zusteuern, an dem dann alles am Optimum anlangt. Aber wenn wir das Leben bewerten, haben wir den Tod auch immer mit auf der Rechnung. Da gilt doch auch: Leben ist gut, mehr Leben ist besser, und durch den Tod wird der Wert des Lebens nicht neutralisiert oder auf Null gesetzt. Wenn uns also beispielsweise die Erfindung eines Hammers in die Lage versetzt, damit etwas nützliches zu tun oder ihn jemandem über den Schädel zu hauen, erscheint uns das Werkzeug als solches zunächst als neutral. Bewertet wird dann, was man damit macht. Aber die Tatsache, dass uns dieser neu erfundene Hammer Wahlmöglichkeiten eröffnet, die wir vorher nicht hatten, neigt die Waagschale leicht zugunsten der Innovation. Sie bringt mehr Möglichkeiten, mehr Optionen und damit unterm Strich auch mehr Freiheit. weiter

Info

KEVIN KELLY

Info
Video

ÜBER DAS TECHNIUM

icon
Video

ÜBER DIE ZUKUNFT DES INTERNETS

icon Die Zukunft des Internets
Video

WIE SICH TECHNOLOGIE ENTWICKELT

icon Technologie