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Ausgabe 07
ausgabe 08/november 2011

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Hm, das klingt ein wenig nach der sprichwörtlichen Übung, das Glas als halb voll zu betrachten und nicht als halb leer.
Kelly: Sagen wir so: Das Sinnieren darüber bringt uns nirgendwo hin. Über Technologie können wir nur etwas herausfinden, indem wir sie nutzen. Das beinhaltet ein Fehlerrisiko, aber die Fehler können uns dazu bringen, einen besseren Nutzen aus der Technologie zu ziehen. Ein Beispiel: Als großflächig versprühtes Insektizid war DDT eine ökologische Katastrophe, als schnelles Malaria-Gegenmittel ist es ein Segen. Die Fortentwicklung des Techniums ist zum Teil kulturell geprägt, es wird von uns beeinflusst und beeinflusst uns. Sie ist zum Teil aber auch nicht menschlich, von Eigendynamiken angetrieben, die aus ihm selbst heraus wirken. Und das ist der Aspekt, der fasziniert und gleichzeitig Angst macht. Wir werden die weitere Evolution der Technik nicht komplett kontrollieren können, aber wir haben zumindest die Wahl, wie lebensfreundlich und verträglich wir sie gestalten und anwenden.

Haben wir denn überhaupt eine Wahl, auch Dinge bleiben zu lassen?
Kelly: Als Individuen können wir viele Dinge bleiben lassen. Ich zum Beispiel verwende kein Smartphone, kein Twitter und schaue auch kein Fernsehen, nutze dafür aber Internet-Streaming, Google und Hybridautos. Die exponentiell ansteigende Zahl der technologischen Optionen wird es schon mit sich bringen, dass wir gar nicht alles ausprobieren, entwickeln und anwenden können, was sich technisch anbietet. So wie wir uns bisher überwiegend darüber definiert haben, was wir benutzen, werden wir uns als Individuen und Gruppen künftig wahrscheinlich stärker darüber definieren, was wir nicht benutzen.

Ablehnung bleibt also weiterhin eine Option?
Kelly: Auf der individuellen Ebene ja – aber nicht in der Gesellschaft als Ganzes. Wenn die Zeit automatisch gesteuerter Autos oder gentechnisch veränderter Menschen gekommen ist, wird nichts diese Innovationen dauerhaft stoppen können. weiter

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